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veranstaltungsplan
   
17.10.2000 Einführung in das Fach: Was versteht man unter Kommunikations- und Medienwissenschaft?
KMW im B.A.-Studiengang: Vorlesungsprüfung und aktive Beteiligung in den Grundkursen
MeWi als Nebenfach: Leistungsanforderungen im Grundstudium und bei den Prüfungen
24.10.2000 Erläuterung des Vorlesungsplans
Evolution der Medien:
Schreibmedien, Printmedien, Telekommunikationsmedien, interaktive Medien
Geschichte des Fachs: von der Zeitungskunde zur interdisziplinären KMW
31.10.2000 Grundbegriffe des Fachs: Kommunikation, Interaktion, Information, Öffentlichkeit, Medium, Massenmedium, interaktive Medien, Multimedia
07.11.2000 Theoretische Grundlagen des Fachs: direkte und medial vermittelte Kommunikationsprozesse (einfache S-R-Ansätze, Lasswell-Formel, soziale Wechselwirkungsmodelle, konstruktivistische Ansätze; dynamisch transaktionales Modell, Schichtenmodelle, Perspektivenansatz)
14.11.2000 Interdisziplinäre Vernetzungen der KMW auf Makroebenen: Wechselwirkungen mit Politikwissenschaft, Soziologie, Ökonomie, Philosophie, Rechts- und Geschichtswissenschaften
21.11.2000 Jobmaschine World.wide.web: Internet-Berufe (Veranstaltung des ZEIT-Verlags)
28.11.2000 Interdisziplinäre Vernetzungen auf Meso- und Mikroebenen: Wechselwirkungen mit Psychologie, Medizin, Informationswissenschaft, Linguistik, Literaturwissenschaft und Pädagogik
05.12.2000 Genese von Kommunikation: Kommunikatorforschung, Journalistik, PR, Marketing, und Werbung als Wissenschaftsgebiete
12.12.2000 Ulrich Reitz, Chefredakteur der Rheinischen Post, spricht über die "Zeitung der Zukunft"
19.12.200 Medieninhalte/Medienformen: Realitätskonstruktion in Medien, sprachliche und nicht-sprachliche Zeichen, journalistische Darstellungsformen, Nachrichtenfaktoren, Objektivität und Ausgewogenheit, Medienethik
09.01.2001 Publikums- und Nutzungsforschung: fachspezifische Erfassung der Mediennutzung, Quoten/Auflagen/Nutzungsdaten, intra- und intermediäre Vergleiche, harte Währung "Marktanteil", weiche Währung "Medienimage", Mediaplanung   
16.01.2000 Geschichte der Wirkungsforschung (von den "Payne-Fund-Studies" bis zu den "Big-Brother-Untersuchungen): klassische Wirkungsansätze (z.B. agenda-setting, uses-and-gratifications, knowledge-gap, Schweigespirale, schematheoretische Ansätze, Wechselwirkungsansätze)
23.01.2001 lebenslange Mediensozialisation: Medienrezeption in Kindheit, Jugend, Lebensmitte und Alter
30.01.2001 Methodologische Grundlagen des Fachs: Ablaufplan empirischer Untersuchungen, Hypothesenbildung, Untersuchungsdesigns, quantitative und qualitative Forschung/Inhaltsanalysen, Befragungen, Beobachtungen
06.02.2001 nicht benoteter Kurztest
13.02.2001 Abschlußdisskussion

Geschichte des Fachs
    
  Als Wissenschaft bezeichnen wir "den- zumindest tendenziell- systematischen, methodischen reflektierten und gesellschaftlich institutionalisierten Prozess der Gewinnung von Erkenntnissen.
(Quelle: Von Oertzen, P.: Das Verhältnis von Wissenschaft und Politik aus der Sicht des Politikers, In: Maltzke, 1998, S.14.)

Kriterien: 

  • Systematik
  • methodische Reflexion
  • Institutionalisierung

Versuch, die Vielfältige Welt durch Selektion, Akzentuierung und Abstraktion verständlichen und überschaubar zu machen, damit die Realität besser bewältigt werden kann. Wissenschaft hat eine dienende Funktion.
(Quelle: Maletzke, 1998, S.14.)

Einzelwissenschaften = Disziplin

 

  Einführung in das Fach

Selbstverständnis eines Faches 
  1. Welcher Standort im System der Wissenschaft kommt der KMW zu?

  2. Was ist der Erkenntnisgegenstand der KMW? Was ist ihr Forschungsfeld, und wo liegen dessen Grenzen?

  3. Welche Disziplinen sind Nachbarn und Verwandte der KMW?

  4. Wie kann man die KMW in sich gliedern? Welche Systematik läßt sich ihr zugrunde legen?

 

  1. Standort im Wissenschaftssystem

Naturwissenschaften /

Geisteswissenschaften
ß

            Sozialwissenschaften

Die Naturwissenschaften wollen Gesetzeshypothesen empirisch-analytisch überprüfen und die Phänomene nomothetisch erklären.

Die Geisteswissenschaften dagegen sind darum bemüht, einmalige historische Ereignisse und geistige Objektivationen, also "Werke" idiographisch-hermeneutisch zu erfassen und zu verstehen.

Aus dieser einfachen Gegenüberstellung entstand dann eine Dreiergruppierung, indem sich eine dritte Gruppe bildete, nämlich die Sozialwissenschaften.

 

2. Gegenstand, Forschungsfeld, Grenzen

  • keine einhellig "akzeptierte Definition" von "Kommunikation" und "Medien"

  • das Forschungsfeld verändert sich ständig

  • es gibt keine präzise Eingrenzung; vage 

 

  3. Disziplinen, Nachbarn, Verwandte
  • Die Kommunikationswissenschaft ist eine Sozialwissenschaft.

  • Nachbarn sind daher die anderen Sozialwissenschaften.

  • besonders enge Beziehungen zu Soziologie und Psychologie 

  • "Verwandte" sind zum einen die Publizistikwissenschaft und zum anderen die
    Medienwissenschaft.

Auf der Ebene der Gegenstandsbereiche ist festzustellen:

  • Es gibt keine nennenswerten Unterschiede zwischen der Kommunikationswissenschaft, der
    Publizistikwissenschaft und der Medienwissenschaft.

    (Vgl. Maletzke, 1998, S.20f.)

 

Fachgeschichte:
  • Zeitungskunde
  • Zeitungswissenschaft
  • Publizistikwissenschaft
  • Kommunikationswissenschaft
  • Medienwissenschaft

 

  Zeitungskunde
  • noch keine Institutionalisierung, keine systematische Erkenntnisgewinnung, keine Methodenreflexion

  • seit Beginn des 17. Jh. Periodische Presse

  • seit Ende des 17. Jh. erste mehr oder weniger wissenschaftliche Reflexion über dieses "neue Medium" von Pädagogen, (Moral-)Theologen und Politikern

Þ   Kaspar von Stieler (1695): "Zeitungs Lust und Nutz"

  • Zeitungskunde beschäftigte sich nur mit Printmedien;
    Wissenschaftliches Erkenntnisinteresse war unklar

(Vgl. Wagner, Hans (1987): Kommunikationswissenschaft (Zeitungswissenschaft). München: publicom.)

  

  Zeitungswissenschaft ( im weiteren Sinne)
  • beschäftigt sich mit dem Nachrichtenaustausch (von verschiedenen Medien, nicht nur Zeitungen) und allen seinen Funktionen

  • Sie entwickelte eine eigene Terminologie- und Sachtradition 

  • 1916 erster wissenschaftlicher Lehrstuhl für Zeitungswissenschaft in Leipzig (Karl Bücher)

  • 1926 erste Fachzeitschrift mit dem Titel "Zeitungswissenschaft" von Karl d' Ester

 

Zeitungswissenschaft (im engeren Sinne)

Reichseinheitliche Etikettierung des gesamten institutionalisierten Faches unter den
Nationalsozialisten (1933-1945) ohne Berücksichtigung der Forschungsgegenstände und
-interessen

 

  Publizistikwissenschaft
  • seit Ende des Dritten Reiches

  • lt. Hans Wagner gibt es sie aber de facto seit Ende der 20er Jahre, und ihr Erkenntnisinteresse ist die "Meinungsbeeinflussung"

  • so publiziert z.B. Karl Jaeger 1926 "Von der Zeitungskunde zur publizistischen Wissenschaft"

  • lt. Gerhard Maletzke war sie eine historisch-hermeneutische Geisteswissenschaft

  • heute ist die Differenzierung zwischen KMW und Publizistikwissenschaft nicht aufrecht zu
    erhalten. Dies gilt für den Gegenstandsbereich und auch für die Methoden. (Beispiele sind: Johannes Gutenberg Universität Mainz, Westfälische Wilhelm-Universität Münster)

   

  Kommunikationswissenschaft
  • von Anfang an eine empirische Sozialwissenschaft mit anglo-amerikanischer Tradition

®  veröffentlicht Gerhard Maletzke sein Buch "Psychologie der
    Massenkommunikation"

® 1963 erscheint Elisabeth Noelle-Neumanns Buch "Umfragen in der   
   Massengesellschaft"

® 1964 erster Lehrstuhl für Politik- und Kommunikationswissenschaft an der 
   Universität Nürnberg-Erlangen

 (Franz Ronneberger):

"Kommunikationswissenschaft ist nichts anderes als ein Ausdruck für interdisziplinäre Beschäftigung mit 'Kommunikation', was immer dies im einzelnen meint."
(Ronneberger, Franz : Zur Lage der Publizistikwissenschaft. In: Langenbucher, Wolfgang, R. (Hrsg.) (1986): Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Wien, S. 87.)

  • Heute wird kaum noch zwischen Publizistik- und Kommunikationswissenschaft unterschieden.
Medienwissenschaft
  • hat sich aus Theater- und Literaturwissenschaft entwickelt

  • später wurden auch die klassischen Massenmedien einbezogen
     
    (Vgl. Faulstich (Hrsg.) (1979): Kritische Stichwörter zur Medienwissenschaft. München: Fink.)

  • Ein Beispiel: Institut für Kommunikationswissenschaft an der Universität Leipzig

  • jüngste Fachbezeichnung (seit Neugründung des Leipziger Instituts für KMW 1991)

  • Medien werden nicht nur als technische Verbreitungsmittel, sondern auch in ihren vielfältigen Zusammenhängen mit gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und ästhischen Phänomenen betrachtet (multiperspektivisch).

Kritik:

"unspezifische, eklektizistische Sammelbezeichnung für alle möglichen Unterfangen medienbezogener Art"
(Kübler, H.-D. Auf dem Weg zur wissenschaftlichen Identität und methodologischen Kompetenz. In: Bohn, R. u.a. (Hg.): Ansichten einer künftigen Medienwissenschaft, S. 29-50).

Fazit:

Integrationswissenschaft, die einerseits kommunikationssoziologische, andererseits publizistikwissenschaftlich- philologische Ansätze multiperspektivisch sowie gegenstands- und problembezogen zusammenbringt.


Evolution der Kommunikation
    
  Für die Geschichte der Medien gilt:
  • Temporale Verkürzung in der geschichtlichen Entwicklung
  • Temporale Verkürzung der Perioden zwischen Erfindung und Verbreitung
  • Kumulation von Leistungen der Medien
  • Fragwürdigkeit des Ripel'schen Gesetzes

Ripel'sches Gesetz

Þ  Neue Medien verdrängen die alten nicht.
Þ  Allerdings verändern alte Medien manchmal ihre Funktionen beim Aufkommen neuer Medien

(Vgl. Roger, Everett M. (1986): Communication Technology. The New Media in Society. New York: The Free Press.)

 

Die Evolution von Kommunikation ist eine notwendige Voraussetzung für die Evolution von Gesellschaften.
Merten, Klaus (1994): Evolution der Kommunikation. In: Merten, K., Schmidt S.J./ Weischenberg, S. (Hrsg.): 
Die Wirklichkeit der Medien. Opladen: Westdeutscher Verlag, S. 141.

Beschleunigung der Evolution:

  • In immer kürzerer Zeit entstehen immer mehr Medien
  • Je mehr Medien entstehen, umso schneller entstehen noch mehr Medien

 

 
 
Evolutionsmodell
 
     
  Vier Perioden in der Entwicklung der technischen Medien (nach Rogers, 1986)
   

1.Periode der Schreibmedien 
2.Periode der Druckmedien 
3.Periode der Telekommunikationsmedien 
4.Periode der interaktiven Medien 

 

1. Periode der Schreibmedien

32.000 v. Chr. abstrakte Zeichen 
22.000 v. Chr. erste Höhlenmalereien 
4.000 v. Chr. technische Schreibmedien (schreiben auf Knettafeln) 
1.041 n. Chr. erfand der Chinese Pi Sheng bewegliche Lettern für den Buchdruck 
1.241 n. Chr. werden Knettafeln durch Metalltypen ersetzt 

 

2. Periode der Druckmedien (Beginn 15. Jh.)

Gutenberg gießt bewegliche Einzellettern aus Blei: Erfindung des Buchdrucks 
1609 erste Zeitungsjahrgänge (Aviso und Relation) in Deutschland 
Zu Beginn des 17.Jh. regelmäßig erscheinende Zeitung 
Im 18. Jh. Verbreitung der Moralischen Wochenschriften, aus denen erste Frauenzeitschriften und
literarische Zeitschriften entstehen (durchschnittl. Auflage 500-1000 Exemplare) 
1833 Beginn der Massenpresse mit der New York Sun (Auflage 30.000-40.000) 
1811 Schnellpresse 
1839 Daguerre-Photographie 
1860 Rotationsdruck 
1869 Setzmaschine 
1884 Linotype 

 

3. Periode der Telekommunikation

1844 baut Morse eine elektrische Telegraphielinie entlang der Bahnlinie Washington-Baltimore 
1876 läßt Bell sich sein "speaking telephone" patentieren 
1888 Entdeckung elektromagnetischer Wellen durch Heinrich Herz 
1884 Nipkows Versuche zur Bildabtastung 
1897 Erfindung der Braunschen Röhre 
1907 Entdeckung der Verstärkerröhre von Lieben und de Forest 
1887 Schallplatten 
1894 Filme 
1929 erste drahtlose Fernsehübertragung auf der Funkausstellung in Berlin 
1935 erster regelmäßiger und öffentlicher Programmdienst der Welt in Berlin 
1935 Tonbänder 
1963 Tonkassetten(systeme) 
1979 CD-Platten 

 

4. Periode der interaktiven Medien

1946 erster Elektrorechner der Welt (ENIAC) 
1947 Einsatz von Transistoren 
1971 Erfindung des Mikroprozessors 
1956 Erfindung des Video Tape Recorders in Kalifornien 
1974 Inbetriebnahme des ersten Videotextes in England 
1973 erste Vorführung des Bildschirmtestes "Viewdata" 
1975 Vermarktung des ersten Microcomputers ("Altair 8800") 
1975 Ausstrahlung eines Pay-Cable-Dienstes durch das Home-Box-Office 
1977 erstes interaktives Kabelfernsehsystem in Columbus, Ohio 

(Vgl.Böhme-Dürr, Karin (1997): Technische Medien der Semiose. In: Posner R./Robering, K./Sebeok, T.A. (Hrsg.):
Semiotik. EIn Handbuch zu den zeichentheoretischen Grundlagen von Natur und Kultur, Bd.1 Berlin/New York, S. 365ff.)

 

Evolution des Internet

1969: ARPA (Advanced Research Projects Agency) entwickelt ein paketvermitteltendes (packet switching) Rechnernetz
1970: Electronic Mail (e-mail), File Transfer Protocol (ftp) und Telnet
1973: Einführung des TCP/IP (Transmission Control Protocol Internet Protocol)
1976: Aus der Unix-to-Unix-Copy entwickelt sich die Basis der Newsgoups (UUCP-Net)
1980: ARAP-Net wird in das National Science Foundation Network (NSF-Net) übernommen
1983: TCP/IP wird zum Standardprotokoll erklärt.
1983: Entstehung von Mailboxen durch Daten-Fern-Übertragung (DFÜ)
1992: Vorstellung des HyperText-Transfer-Protocolls (HTTP) und der HyperText Markup Language (HTML).
Der Beginn des World Wide Web (www)
1994: Weiterentwicklung der HTML zu VRML ( Virtual Reality Modeling Language) 

 

Evolution von Multimedia in Deutschland

1980
 ARD und ZDF starten die bundesweite Ausstrahlung ihres Videotextes, beschränkt auf 75 Tafeln
Bildschirmtext, Feldversuche begannen in Berlin und Düsseldorf
„Video-Movie" (Camcorder-Vorläufer von Sony anläßlich des 10-jährigen Firmen-Jubiläums)

1981
erstmals Satellitenfernsehen (vom Forschungssatelliten OTS); Attraktion auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin vom 4. - 13. September Ausstrahlung von Fernsehsendungen im Zweikanalton (anläßlich der Funkausstellung)
IBM präsentiert am 12. August in den USA den ersten Personal Computer
Bild (Intel-Mikroprozessor 8088, 64kByte-Ram, 360-k-Byte-DiskettenlAufwerk, grüner schirm für 25 Zeilen zu je 80 Buchstaben; Microsoft-Betriebssystem DOS) Adam Osborn präsentiert den ersten tragbaren Computer (Prozessor Z 80; Gewicht 12 kg)

1982
Im Polygram-Werk Hannover-Langenhagen wurde die CD-Produktion aufgenommen.
Auf der Hannover-Messe Ausblicke auf die Technik der Flachbildschirme (Sharp, Sony, Siemens) 

1983
Auf der Funkausstellung in Berlin demonstrierte VW , daß sich CD´s auch im Auto abspielen lassen
Philips-Sony kündigte die Produktion einer CD-ROM an; Präsentation war im Herbst
Etwa zeitgleich gab es den Urtyp der magnetoptischen Platte, zunächst gedacht für ein Diktiergerät
Fünf Laufwerks- und Plattenhersteller verabreden, das Dreieinhalb-Zoll-Format als Mikrofloppy-Standard für 
die Datentechnik vorzuschlagen (Sony, Fuji, Mitsubishi, BASF, Memorex)
Auf der Funkausstellung erschienen unter den Marken Graetz und ITT Geräte mit der Typenbezeichnung
„Digivision"; laut Firmenzeitschrift die ersten der Welt mit digitaler Bild- und Tonsignalverarbeitung.
Digitalisierung beim Radio: Grundig bringt als Weltneuheit die Weltempfänger Satellit 300 und 600 mit 
direkter digitaler Frequenzeingabe und digitaler Synthesizer
Blaupunkt demonstriert am 28. Juni vor der Presse in Hildesheim autarke Navigationsanlagen für den Autofahrer,
genannt EVA oder „Elektronischer Verkehrslotse für Autofahrer" 

1984

2. Januar RTL Television; Beginn des privaten Fernsehens in Deutschland
1. Juli: Videotext wird in den offiziellen Programmdienst übergeleitet
Multisystemfernseher von Grundig versprechen „grenzenloses Fernsehvergnügen"
„Apple Macintosh" startet 

1985

Als vierte Farbbild-Generation setzten sich in Deutschland die „Flat-and-Square-Tubes durch.
Loewe Opta präsentierte Mitte März ein 70cm-Modell mit Videotext, Btx, („Studio S28 Multi Media")
Digital Audio Tape (DAT)
Sony kündigt am 21. März die Pal-Ausführung seines 8mm-Kamerarecorders an.
„Der erste mobile Computer in Europa" mit einem Gewicht von 4,1 kg und LCD-Anzeige wird von Toshiba präsentiert
Schachcomputer „Milton" wird auf der Nürnberger Spiewarenmesse demonstriert 

1986

Gründung der initiative „Eureka EU95" mit der die Forschungsarbeiten für einen europäischen HDTV-Standard begann.
1987 wurde dieser auf der IfA in Berlin vorgestellt. 

1987

In Berlin begann Radio Hundert,6 als erster Privater am 10. April zu senden
Integrated Services Digital Network (ISDN) erstmals Thema auf der Cebit 

1988

das erste Transatlantik- Glasfaserkabel geht in Betrieb
eine Arbeitsgruppe zur Erforschung der Pal-Norm wird ins Leben gerufen. Der Name Palplus wurde verabredet. 

1989

offiziell zur Cebit wurde ISDN gestartet
der erste Satellit der Societé Européenne des Satellites SES mit dem Namen „Atra 1A" wird
am 11. Dezember ins Weltall geschossen.
Compaq präsentiert am 16. Oktober einen der Erstlinge unter den Notebooks 

1990

Im September wurden von Panasonic für Oktober zwei ´Notebook-Computer´ angekündigt 

1991

Boom der „D-Netze"
Im Juli starteten Telekom ihr D1-Netz und Mannesmann Mobilfunk das D2-Netz
Astra 1B startete am 21.Februar; erste Kunden: „Premiere", „1 plus" und „Tele 5" 

1993

„Jugendfrei-Bit" wird auf der Funkausstellung von RTL und Grundig präsentiert
Euro-ISDN wird ins Leben gerufen

1994

Die Deutsche Telekom Mobilfunk GmbH startete ab 1. Dezember den Rufdienst „Scall" 
(erster Mobilfunkdienst in Deutschland ohne Anmelde- und Monatsgebühr)
erste Palplusgeräte im August

1995

erste Schritte in die Praxis des interaktiven Digital-Fernsehens; die Telekom kündigte sechs Pilotprojekte an, 
die als Versuche für Pay-per-view, Video-on-demand und Teleshopping gedacht waren.
Astra 1E wurde in der Nacht vom 18. Auf den 19. Oktober erfolgreich gestartet. Und konnte Anfang 1996 den Betrieb aufnehmen. 

1996

Duden CD-ROM mit der alten und der neuen Rechtschreibversion
Microsoft präsentiert mit der Encarta 97 Enzyklopädie, das erste multimediale Nachschlagewerk und einen 
multimedialen Weltatlas mit 3D-Effekten auf der Cebit-Home 

1997

„Deep Blue", der Schachcomputer von IBM besiegt Gari Kasparow 

 

Evolution der Online-Medien

1958 - 1969

Entstehung und Entwicklung des ARPANET
ARPA (Advanced Research Project Agency) 

1969 - 1983

Die Vorläufer und erste Online-Medien 
erster Vorläufer: Telnet kam zum Einsatz (telecommunicationsnetwork) 
erstes Online-Medium „E-mail" zu Beginn der 70er Jahre 
1978 zweites Online-Medium Usenet 

1983 - 1992 Forschungsbezogene Desk-Top-Nutzung von Online -Medie

1983 startet ARPA das Projekt „INTERNET-Programm"

1987entstehen erste Newsgroups

1988 drittes Online-Medium IRC (Internet Relay Chat): raumzeitliche Ko-Präsenz in virtuellen Räumen war möglich

1991 erster navigationsfähiger Suchdienst Gopher (benannt nach dem Maskottchen der Universität Minnesota); Übergang zur Entwicklung einer neuen Generation von Online-Medien

ab 1992

1992 Der WWW-Browser: Die zweite Generation der Online-Medien (Entwicklung seit 1991 in einem europäischen 
Kernforschungszentrum in der Schweiz unter der Leitung von Tim Berners-Lee)

1992 wird die Internet Society gegründet (ISOC)

1993 Bildinformationen können direkt aus dem Internet abgerufen werden. Al Gore stellte der US-amerikanischen Öffentlichkeit sein 
Vorhaben einer „National Information Infrastructure" vor, wichtige Internetverwaltungsfunktionen von der US-amerikanischen 
National Foundation werden an US-amerikanische Konzerne verkauft

ab 1994 Strukturwandel und Kommerzialisierung der Nutzung von Online-Medien

1994 erste Online-Bestellungen waren in den USA möglich, Einkauf in virtuellen Shopping Malls; erste virtuelle Bank „First Virtual"


Grundbegriffe des Fachs
   

Übersicht: 

Kommunikation

Kommunikation = Vorgang, der auf bestimmten Gemeinsamkeiten zwischen verschiedenen Subjekten beruht

Communis = gemeinsam

Gemeinsam haben Kommunizierende:

  1. eine materielle oder energetische Verbindung zur Übertragung von Signalen
  2. eine durch Erwartung gekennzeichnete Beziehung, aus der Information entsteht
  3. bestimmte übereinstimmende Kognitionen, d.h. Wissen, Erfahrung, Bewertung usw., aus denen sich Erwartungen ableiten und die den Signalen Bedeutung verleihen
  4. bestimmte Absichten oder Folgen in bezug auf das Verhalten

Gemeinsamkeiten sind eine Voraussetzung, aber auch ein Ergebnis von Kommunikationsprozessen

 

Defizite bei Kommunikationsdefinitionen

 

Theorie muss

  • statt mit absoluten Größen (Objekten, Elementen, Faktoren) mit relationalen Größen hantieren können
  • genügend komplex sein, um Prozesse erfassen und erklären zu können
  • auf die Analyse selbstreferenter Struktur vorbereitet sein

Þ  Systemtheorie

(nach K. Merten (1999): Einführeung in die Kommunikationswissenschaft, Bd. 1, Münster, S.81)

 

Verschiedene Unterscheidungen von Kommunikation:

  1. Face-to-Face (bzw. Direkt-) Kommunikation  - medial vermittelte Kommunikation
  2. Kommunikation - Metakommunikation
  3. animalische Kommunikation - Biokommunikation
    technische Kommunikation - Mensch-Maschine-Kommunikation

(top)

 

Interaktion

symmetrisch, reziproke Kommunikation im direkten Kontakt von Personen

(top)

 

Öffentlichkeit

Die Gleichsetzung von Öffentlichkeit und Gesellschaft ist problematisch, da sie irrtümlich ein geschlossenes
gesellschaftliches Kommunikationssystem unterstellt.

  • Ihre Differenzierung mit Markt, Staat, Volk oder Welt tradiert das vorfindliche Sprachdilemma 
  • Entscheidend für den Tatbestand des Öffentlichen war neben Abwesenheit vor allem visuelle Wahrnehmbarkeit
  • Öffentlichkeit meinte keineswegs die Teilnahme aller, sondern kommunal begrenzte Anwesenheit unter optimalen Wahrnehmungsbedingungen

(Quelle: Westerbarkey, Joachim, Merten, Klaus (1994): Public Opinion und Public Relations. In: Merten, Schmidt, Weischenberg: Die Wirklichkeit der Medien, S.196.)

Zentrale Bedeutungsebenen des Begriffs "Öffentlichkeit"

  • Die Gegenüberstellung von "öffentlich" und "geheim"; 

  • Die Bildung der Voraussetzung für eine konsensuale, "öffentliche Meinung"; 

  • Die Darstellung eines allgemein zugänglichen Ortes; 

  • Die Repräsentation einer Gemeinschaftsform; 

  • Die Förderung der sozialen Integration; 

  • Die Ermöglichung der politischen Mitwirkung 

(Quelle: Europäisches Medieninstitut e.V. (Hrsg.)(1999): Öffentlichkeit und Internet. (=EIM Working Paper), S. 11f.)

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Information 

Der Wortursprung liegt im Lateinischen "informare" bedeutet dort soviel wie "einprägen, einformen" etc.

Kybernetische Bedeutung:

  • Norbert Wiener war der Auffassung, daß Information neben den beiden anderen Komponenten Materie 
    und Energie die dritte Hauptkomponente unseres Weltbildes darstelle. 

  • Heute wird unter Information meist die Verringerung oder "Reduktion von Ungewißheit" beim
    Informationsempfänger verstanden. 

(Quelle: Modellversuch Journalisten-Weiterbildung (1984): Fernstudium Kommunikationswissenschaft. Teil 1, München: Ölschläger, S.31.)

Merkmal von Mitteilungen

  • Neuigkeit 

  • Aktualität 

  • Kennenlernen von bisher Unbekanntem 

Information im Sinne von Neuigkeit oder Dazulernen entsteht nur dann, wenn es zwischen Kommunikator 
und Rezipient ein Kenntnis- oder Aktualitätsgefälle gibt.

> Ungewißheit (uncertaint)

(Quelle: Noelle-Neumann, Elisabeth, Winfried Schulz, Jürgen Wilke (1997): Publizistik/Massenkommunikation, Frankfurt a. Main. Fischer, S. 148f.)

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Informationsverarbeitung

Information hat in dem abstrakten, formalen Sinn der Informationstheorie einen strukturellen Aspekt
in der Nachrichtenverbindung zwischen Kommunikator und Rezipient.

Interpretation der Signale:

  • Ihren spezifischen Charakter erhalten sie dadurch, daß sie vom Kommunikator und von Rezipienten mit Bedeutung gefüllt werden. 
  • Die Forschung behandelt Signalerkennung und -interpretation im allgemeinen aus der Perspektive des Rezipienten. 

 

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Medienbegriff 

Strukturelle Aspekte (Welche Aspekte werden übermittelt?):

Verbale Information

 

nonverbale Information

 

  Verhaltencodes (Mimik, Gestik, ect.)
  künstliche Codes
  natürliche Codes
  raum-zeitliche Kontext-Codes
  medienspezifische Codes (Schnitte)
 

 

Nonverbale - verbale Kommunikation

  • Nonverbale Kommunikation (NvK) ist auch ohne verbale (gesprochene, geschriebene Anteile möglich
  • Verbale Kommunikation (VK) hat immer nonverbale Anteile
  • NvK geht phylo- und ontogenetisch der VK voraus
  • Universell bei NvK: Mimik (Gestik = kulturell geprägt)
  • NvK komplexer, schwerer zu kontrollieren (da unbewußter)

 

Relation zwischen NvK und VK unterteilt man in:

  • Substitution
  • Amplifikation
  • Kontradiktion
  • Modifikation

 

En- und Decodierung:

  • NvK gibt größeren Interpretationsspielraum
  • Wahrnehmungsfilter
  • Frauen im Vorteil (bewußter)
  • Entscheidender für Einschätzung einer Person (primacy effect)
  • Vertrauens- und glaubwürdiger (nonverbal leakage)

 

Funktionale Aspekte ( Wie werden Zeichen übermittelt? )

Transportmedien - Fixiermedien
reproduktive - umwandelnde Medien
unidirektionale - interaktive Medien

 

Alle Medien sind mehr oder weniger interaktiv.

1. Rezipientenstufe ( Ja/Nein - Entscheidungen)
2. Cutterstufe ( Rezipient kann Abfolge und Zusammenstellung von Teilen kontrollieren )
3. Autorenstufe ( Rezipient kann das Ende von einzelnen Medien bestimmen )
4. Schauspielerstufe ( vollständige Rezipientenbeteiligung)
      Auf dieser Stufe können durch physiologische Messungen Sendungen interaktiv aufgebaut werden.

 

Je nach Wissenschaftsgebiet lassen sich drei Cluster des Medienbegriffs unterscheiden:

  • Sozialwissenschaftlicher Medienbegriff
  • Naturwissenschaftlicher Medienbegriff
  • Technologischer Medienbegriff

Sozialwissenschaftlicher Medienbegriff

a) Soziologischer Medienbegriff

  • bezieht sich auf soziale Institutionen

b) Kulturbezogener Medienbegriff

  • betrifft den Kommunikationszweck und bezieht sich im allgemeinen auf das, was in geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen "Gattung", "Genre" oder "Textsorte" genannt wird.

c) Kodebezogener Mediengebriff

  • bezieht sich auf die Regeln, mit denen die Zeichenproduzenten ihre Botschaften Zeichenkörper und die Rezipienten den Zeichenkörpern Botschaften zuordnen
  • Beispiel: McLuhans Unterscheidung in "heiße Medien" und "kühle Medien"
  • Beispiel: Unterscheidung zwischen "Sprechmedien" und "Signal-/Symbolmedien"

 

Naturwissenschaftlicher Medienbegriff

  • charakterisiert die Zeichenprozesse nach den technischen Mitteln, die bei der Erzeugung von Zeichenprozessen zur Modifikation der Kontaktmaterie (z.B. Licht- und Schallwellen) eingesetzt werden, die die physische Verbindung zwischen dem Produktionsorgan des Senders und dem Rezeptionsorgan des Empfängers herstellt
  • Beispiel: Massenmedien (v.a. Hörfunk, Fernsehen, Presse)
  • Der technologische Medienbegriff dominiert im KMW!

 

Technologischer Medienbegriff

a) Biologischer Medienbegriff

  • orientiert sich an den Körperorganen, die für die Zeichenproduktion, -distribution und -rezeption zuständig sind
  • Beispiel: visuelle Medien = Rezeption über Augen

b) Physikalischer Medienbegriff

  • betrifft chemische Elemente und physikalische Zustände, die notwendig sind, um das Produktionsorgan des Senders mit dem Rezeptionsorgan des Empfängers physisch zu verbinden

c) Chemischer Medienbegriff

  • Sonderfall des physikalischen Medienbegriffs

 

 

(top)

 

Massenkommunikation

"Unter Massenkommunikation verstehen wir jene Form der Kommunikation, bei der Aussagen

öffentlich (also ohne begrenzte und personell definierte Empfängerschaft)
durch technische Verbreitungsmittel (Medien)
indirekt (also bei räumlicher oder zeitlicher oder raumzeitlicher Distanz 
zwischen den Kommunikationspartnern)
und einseitig (also ohne Rollenwechsel zwischen Aussagendem und 
Aufnehmenden)

an ein disperses Publikum vermittelt werden."

(Quelle: Maletzke, Gerhard (1963): Psychologie der Massenkommunikation. Hamburg, S. 32.)

(top)

 

Mediales Angebot 

  • enge Verschränkung von Medium und Inhalt bei der Produktion wie bei der Rezeption 

"Als Medien sollten bezeichnet werden Objekte, technische Geräte
oder Konfigurationen, mit denen sich Botschaften speichern und
kommunizieren lassen." (Weidenmann)

  • mediales Angebot zeichnet sich aus durch Botschaften, Codierungen und Strukturierungen, die medial 
    kommuniziert werden 
  • die übliche Verwendung des Begriffes "Medium" konfundiert also die Kategorien 

* technisches Medium
* Codierung
* Modalität

"Multimedial seien Angebote, die auf unterschiedliche Speicher, und 
Präsentationstechnologien verteilt sind, aber integriert präsentiert werden, 
z.B. auf einer einzigen Benutzerplattform. (dies erlaubt die Unterscheidung 
zum traditionellen Medienverbund: beim Medienverbund liegt die Verteilung
auf verschiedene Medien vor, es fehlt aber die integrierte Präsentation." 
(Weidenmann)

(Quelle: Weidenmann, Bernd (1995). Multicodierung und Multimodalität im Lernprozeß. In: Issing, L. & Klimsa, P. (Hrsg.),Information und Lernen mit Multimedia. Weinheim: Beltz, S. 65ff.)

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Multimedia

Definition von Multimedia nach Hornung, 1994

"Multimedia- unter diesem Begriff versteht man die Integration 
von Text, Grafik, Pixelbildern, Video und Audio"

  • nach Weidenmann ist diese Definition aus psychologischer und medienwissenschaftlicher 
    Sicht inkonsistent und theorielos 
  • deutliche wird dies durch die Einbeziehung von Codierung, Modalität, mentalem Format 
    und medialem Angebot 

Der Deutsche Multimedia Verband (dmmv) versteht unter dem Begriff "Multimedia":

  • alle computergestützten, interaktiven Online-, Offline-Medien und Kommunikationsprodukte, die mindestens drei Darstellungsformen (Text, Bild, Bewegtbild, Graphik und Ton) beinhalten.

Beispiel: E-mails, Power-Piont-Präsentation

 

Codierung

  • "Codierung ist die Kennzeichnung, Verkürzungen oder Umwandlung häufig
    wiederkehrender Information" (Colin, 1992) 
  • Symbolsysteme = verbales und piktoriales; Zahlensystem; diese enthalten diverse Codes und Subcodes

 

Sinnesmodalität

  • Bezeichnung für die Sinnesorgane (auditiv, visuell usw.), mit denen ein Rezipient
    ein mediales Angebot wahrnehmen oder mit ihm interagieren kann 

Mentales Format

  • der Begriff soll erfassen, in welcher Qualität die sensorisch wahrgenommenen Daten verarbeitet werden 
  • werden auch als "interne Medien" bezeichnet (Aebli, 1981; Strittmatter & Seel, 1984) 

(Quelle:Weidenmann, Bernd (1995). Multicodierung und Multimodalität im Lernprozeß. In: Issing, L. & Klimsa, P. (Hrsg.), 
Information und Lernen mit Multimedia. Weinheim: Beltz, S. 65ff.)

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Interaktivität

  • Im WWW kann die Zahl der Zugriffe auf ein bestimmtes Angebot ermittelt werden. 
  • Das Leseverhalten stimmt zugleich über die Attraktivität der Angebote ab 
  • Die LeserIn kann selbst aktiv werden, indem sie z.B. selbst Informationen ins Netz stellt 
  • Die LeserIn kann zu einem bestimmten Angebot eine Rückmeldung geben, 
    sofern dies von den Anbietern vorgesehen wird 

 

Online-Magazine 

  • 1.Globalität

    Im WWW angebotene Informationen sind weltweit verfügbar 
  • Die Ausrichtung des Angebots im WWW ist international 
  • Die Verkehrssprache im WWW ist vorwiegend Englisch 
  • Durch die große Verfügbarkeit ist das WWW ein werbewirksames Medium 

 

  • 2.Aktualität

    Sofortige Verfügbarkeit eines ins Netz gestellten Textes 
  • Aktuelle Meldungen könne kurzfristig integriert werden 
  • Im WWW publizierte Texte können fortlaufend aktualisiert werden 
  • Zurückliegende Ausgaben können in ein Online-Archiv gestellt werden

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Modelle
    

Übersicht: 

 

  Was ist ein Modell? 

"Ein Modell ist eine vereinfachende, abstrahierende Repräsentation eines Realitätsbereiches mit dem Ziele, die unter einer bestimmten
Problemstellung relevanten Aspekte herauszuheben und überschaubar zu machen."
(Maletzke, Gerhard (1998): S.56.)

Modelle als Orientierungshilfen

"Eine zentrale Aufgabe von Modellen der Massenkommunikation besteht darin, den einzelnen Aspekten und Forschungsthemen ihren Standort und
Stellenwert im Rahmen eines Systems zuzuweisen. Die Fixpunkte stellen dabei die vier 'Faktoren' der Massenkommunikation dar: Kommunikator, Aussage, Medium, Rezipient."
(ebd., S.71)

 

1a. Lasswell-Formel

Am Anfang der Modellbildung in der sozialwissenschaftlichen Kommunikationsforschung steht die Lasswellformel:

Faktoren    zugeordnete Forschungsbreiche

WHO says WER sagt... Kommunikatorforschung
What in WAS in... Aussagen-/Inhaltsanalyse
WHICH CHANNEL to WELCHEM KANAL zu... Medienforschung
WHOM with WEM mit... Rezipientenforschung
WHAT EFFECT? WELCHER WIRKUNG? Wirkungsforschung

(vgl. edb., S.57f.)

 

1b. Kritik an der Lasswell-Formel

Vorwurf der Ansatz sei trivial, "gehe zu elementenhaft und zeuge von einer theorielosen, mechanistischen Betrachtungsweise"
(Maletzke 1998, S.58).

Die Lasswell-Formel hatte jedoch großen Einfluß auf die Ausbildung der Forschungsfelder der Kommunikatorforschung, Aussagen/Inhaltsforschung, Medienforschung, Rezipienten/Publikumsforschung, Wirkungsforschung.

 

Stimulus-Response Modell

 

 

Modell Shannon/Weaver (1972)

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Welche Modelle gibt es zur Kommunikationswissenschaft (nicht MK, sondern Kommunikation allgemein)?

Schramm (1954)

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Gerbner (1956)

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Westley & Mac Lean (1957)

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Riley & Riley (1959)

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Maletzke (1963)

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Theoretische Ansätze

"Elementarste gesellschaftliche Funktion einer Universitätsdisziplin ist ja immer noch die Produktion von Theorie als maximal verläßlichem und generalisierbarem Wissen und deren Instruktion, gegebenenfalls auch deren Einsatz zur Lösung außeruniversitär sich stellender durch Wissenschaft lösbarer Probleme."
(Saxer, U. (1980): Grenzen der Publizistikwissenschaft, in: Publizistik 25/4, S. 525-543, zit. nach Maletzke 1998, S. 100.)

"Theoretische Forschung hat die Aufgabe, Aussagen aller Art in die Form logisch konsistenter und für einen gegebenen Zweck möglichst nützlich strukturierter Aussagengefüge zu bringen sowie Aussagengefüge aller Art auf ihre logische Konsistenz und zweckbezogen nützliche Struktur zu überprüfen."
(Patzelt, W.J. (1986): Sozialwissenschaftliche Forschungslogik. München/Wien., Maletzke 1998, S.100.)

Was ist Theorie?

"Unter einer Theorie wird ein System von Begriffen, Definitionen, Aussagen und Aussagesätzen verstanden, das sich auf einen Bereich der objektiven Realität oder des Bewußtseins bezieht. Kernelement jeder Theorie sind die in ihr formulierten Gesetzesaussagen über den Bereich, mit dem sie sich auseinandersetzt. Sie weist Aussagen über bestimmte empirische Sachverhalte auf, die durch gedankliche Abstraktion zu einer Rekonstruktion der objektiven Realität führen."
(Koszyk, H. und Pruys, K.H. (Hrsg.)(1981):Handbuch der Massenkommunikation. München, S.122f., zit. nach Maletzke 1998, S.101.)

 

  • oft spricht man in einem vageren Sinne von "Theorie"
  • man meint dabei ohne nähere Bestimmung mehrere Einzelsätze übergreifende Allgemeinaussagen, die man als Ansätze bezeichnet
  • es gibt keine einheitliche Sprachregelung

(Quelle: Maletzke 1998, S.101ff.)

 

Es lassen sich folgende kommunikationswissenschaftliche Theorien oder Ansätze auflisten:

  • Einseitig-linearer Ansatz
  • Variablenansatz
  • Theorien der Zusammenhänge zwischen persönlicher Kommunikation und Massenkommunikation
  • Nutzenansatz
  • Systemansatz
  • Konstruktivismus
  • Kritische Theorien
  • Theorie der kognitiven Dissonanz

(Quelle: Maletzke 1998, S.104.)

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Literatur
    

Böhme-Dürr, K.: Technische Medien der Semiose. In: Posner R./Robering, K./Seboek, T.A. (Hrsg.): Semiotik. Ein Handbuch zu den zeichentheoretischen Grundlagen von Natur und Kultur, Bd.1, Berlin/New York, 1997. 

Bentele, Günter: Fernstudium Kommunikationswissenschaft, Teil 1, Modellversuch, Journalisten-Weiterbildung, München, 1984.

Elsner et.al.: Zur Kulturgeschichte der Medien. In: Merten, K. / Schmidt, S.J. / Weischenberg, S. (Hrsg.): Die Wirklichkeit der Medien, Opladen, Westdeutscher Verlag, 1994.

Europäisches Medieninstitut e.V.: Öffentlichkeit und Internet, EIM Working Paper, 1999.

Faulstich (Hrsg.): Kritische Stichwörter zur Medienwissenschaft, München, 1979.

Kübler, H.-D.: Auf dem Weg zur wissenschaftlichen Identität und methodologischen Kompetenz, In: Bohn, R. u.a. (Hrsg.): Ansichten einer künftigen Medienwissenschaft, Berlin, 1988.

Ludes, P.: Einführung in die Medienwissenschaft. Entwicklungen und Theorien. Berlin, Erich Schmidt, 1998.

Maltzke, Gerhard: Psychologie der Massenkommunikation, Hamburg, 1963.

Maletzke, Gerhard: Kommunikationswissenschaft im Überblick, Grundlagen, Probleme, Perspektiven Opladen, 1998.

Merten, K.: Grundlagen der Kommunikationswissenschaft. Münster, LIT, 1994.

Noelle--Neumann, Elisabeth, Winfried Schulz, Jürgen Wilke (Hrsg.): Publizistik/Massenkommunikation, Frankfurt a. M., 1997.

Noelle--Neumann, Elisabeth, Winfried Schulz, Jürgen Wilke (Hrsg.): Fischer Lexikon Publizistik/Massenkommunikation, Frankfurt a.M., 1999.

Pürer, H.: Einführung in die Publizistikwissenschaft, UVK Medien, Konstanz, 1998.

Ronneberger, Franz: Zur Lage der Publizistikwissenschaft, In: Langenbucher, Wolfgang, R. (Hrsg.) Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Wien, 1986.

Wagner, Hans: Kommunikationswissenschaft (Zeitungswissenschaft), München, 1987.

Weidenmann, Bernd: Multikodierung und Multimodalität im Lernprozeß,  In: Issing, L. u. Klimsa, P.  (Hrsg.), Information und Lernen mit Multimedia, Weinheim, 1995.

Von Oertzen, P.: Das Verhältnis von Wissenschaft und Politik aus der Sicht des Politikers, In: Gerhard Maltzke, Kommunikationswissenschaft im Überblick, Grundlagen, Probleme, Perspektiven, Opladen, 1998.